Home          Exhibitions          Past Exhibitions          Artists          Contact          Links          Index

 

     2005                                  

 

Ben Kamili

Jasminka Novkovska

Lena Szankay

Mo Ramakers

Bogoja Angelkoski

Olgica Antovska

Natalia Medebach

Archi Galentz

Dialog: Z.Radevska/N.Trajkovski

Koraljka Kovac

Valbona Atanaskovska-Bona

Philipp Eller

Tanja Tanevska

 Sibylle Hoessler 

Denis Tenev

Lovro Artukovic

Andy Christ
Giuseppe Madonia

Heiko Daxl & Ingeborg Fülepp
Tim Deussen

 

Sibylle Hoessler, Berlin

"KAUFRAUSCH"

01.04. - 15.04.2005

 

ein interview mit sibylle hoessler

(21.04.2005)

 

        

Photo: Sibylle Hoessler

 

“consumer frenzy“ operates as a link between the artist as a product and his opponent the consumer.In my work I have used a common method of corporate communication- the plastic bag.I fill the bags,which are printed with promises,clues,commands and pictograms with myself and suddenly I am apart of the discussion:to read between the lines consumer or product. Between I am what I buy and I am for sale is a thin line.This is what the project is all about: the inbetween,the uncertainty. In the photos both are to be seen the posture towards the article, as well as the directive to buy. Marketability is the measure for an arist and his work. This determines his prize.The market defines the existence and perception of the individual artist: I am bought,so I am ist the credo of artist identity. The consumer`s side has the same relevance, but it depends on other criteria.

So buy me and we’ll all have a better life.

 

         

 

         

Photo: Jovan Balov

 

Sibylle Hoessler im Gespräch mit Matthias von Hoff

 

Sehr geehrte Frau Hoessler, sie stellten im Prima Center Berlin eine Serie von 20 sehr interessanten Selbstportraits aus. Wie paßt sich diese Idee in den Kontext Ihrer bisherigen Arbeiten ein?


In meinen Arbeiten beschäftige ich mich mit Codes, Symbolen und KonTexten im öffentlichen und privaten Raum. Wie ein Pfadfinder sammle ich die Botschaften und verarbeite diese Fundstücke anschließend zu einem Projekt. Selbstportrait und Werbeslogan,beide Mittel habe ich getrennt  von einander schon bei früheren Arbeiten eingesetzt. In Kaufrausch kommen sie nicht nur zusammen, sie verstärken sich, weil die feilgebotene Ware der Künstler selbst ist.
Gab es Überlegungen von Ihnen die Bilder bei den entsprechenden Firmen zu präsentieren?
Ja.

         

 

         

Photo: Jovan Balov

 

Es erscheint anstrengend permanent mit einer Plastiktüte über den Kopf gestülpt, eine so komplexe Serie herzustellen. Können Sie uns ein wenig über den Entstehungsprozeß berichten?
Die Herstellung dieser Arbeiten war in der Tat kompliziert. Alle Aufnahmen sind mit Selbstauslöser entstanden. Jedes Bild bedeutete aufstehen, auslösen, Körperhaltung einrichten und Tüte positionieren. Insofern betrachten Sie tatsächlich eine Momentaufnahme. Ein Draht- oder Infrarotauslöser kamen aus Gründen von Konzentration nicht in Frage. In der Summe habe ich pro Motiv um die 100 Aufnahmen gemacht, um zum vorliegenden Ergebnis zu kommen.


Woran haben Sie für sich festgestellt, daß die Fotoserie ihren  Abschluß gefunden hat. Gab es ein vorher festgelegtes Limit?
Ich arbeite fast immer seriell und habe deshalb im Ausstellungskontext Erfahrung , welche Menge an Arbeiten den Dialog zwischen Betrachter und Kunstwerk positiv beeinflussen.
In diesem speziellen Fall hat mich der Name der Galerie Prima Center Berlin, der auch für ein Einkaufszentrum stehen könnte, hinsichtlich Auswahl und Menge der Arbeiten beeinflusst. Ausstellung = Einkaufszentrum. Jedes Bild ist ein Geschäft - ist ein Produkt - ist ein Geschäft - ist ein Produkt usw. Am Rande eine kleine Anekdote. Bei der letzten Tüte, mit der ich mich photographiert habe, bekam ich plötzlich einen Ausschlag, der mit einer Art Atemnot gekoppelt war. Da wusste ich, jetzt bin ich fertig und das Projekt zu Ende.

 

        

Photo: Mathias von Hoff

 

Benötigten sie zwischendurch eine längere Pause, um im wahrsten Sinne des Wortes Luft zu holen, oder arbeiten sie in der Regel zügig fortlaufend an Ihren Projekten ?
Das hängt von Art und Umfang der Arbeit ab. Bei Luggage,www.luggage-update1.de, an dem ich mit Assisten drei Jahre  gearbeitet habe und mit dem ich anschließend ein halbes Jahr von einem Filmteam begleitet, durch Europa getourt bin, habe ich erst mal  eine sechs monatige Pause gebraucht. Bei kleineren Projekten, wie Kaufrausch, ist das nächste schon in Planung.


Was schätzen Sie, wieviel Zeit haben sie mit dem gesamten Projekt verbracht ?
Das kann ich Ihnen sagen, ziemlich genau sechs Wochen.


Gibt es einen neuen Ort, an dem Sie Ihre Fotos als nächstes ausstellen werden?
Da die Arbeiten frisch aus der Kamera in die Galerie gewandert sind, hatte ich noch keine Zeit mich darum zu kümmern. Die nächste große Ausstellung mache ich mit meinen Projekten Luggage und european Luggage im Sommer diesen Jahres im Museum für Kommunikation in Berlin.

 

Sibylle Hoessler im Gespräch mit Matthias von Hoff

 

         

 

         

Photo: Jovan Balov