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      2018                                  

 

Ana Jovanovska

Zoran Shekerov

Armin Kauker

Goran Ristovski

Vladimir Lukas

Ana Ivanovska

Nikola Smilkov

Shora Falah Vahdati

Mr. Ira Schneider & Friends

 Man Up - Man Down 

 

 


26.01. - 21.02.2018
MAN UP - MAN DOWN
Lovro Artukovic, Bojan Hocevar, 
Claudia Christann, Sebastian Götz, 
Mina Novcic, Annamaria Balov, 
Paula Balov, Archi Galentz, 
Heinz-Josef Mess, Birgit Schiemann, 
Nachima, Heike Gronemann-Evers

 

 

         

         

         

         

 

man up – man down

… and the fucking in between

Das verdammte Dazwischen es scheint in der gegenwärtigen Diskussion über das Männliche nicht existent. So wie die Geschlechter traditionell polar aufgefasst wurden, erschien alles andere verborgen im Okkulten, existent im Verborgenen. Der heutige Diskurs über das Männliche und männliche Macht erscheint auch zwischen polaren

Positionen aufgespannt und vieles scheint im verdammten Dazwischen verloren zu gehen. Das exemplarisch Männliche wurde in der Kunst bis weit in die Moderne verborgen. Damit ist gemeint, dass vor allem das männliche Geschlecht, die männliche Nacktheit eine Leerstelle einnahm.

 

Damit blieben vielfach auch die Verletzlichkeit, Gefühle und das Begehren des männliche Subjekts verborgen oder waren letztlich nur über deren Objekte indirekt erfahrbar. Sexualität und sexuelles Begehren basierte auf dieser Asymmetrie, für die viele Stichworte einfallen: heroische Idealisierung, Patriarchat und Dominanz – es ließe ich auch auch sagen Macht. Die Neuzeit oder die Moderne brach schließlich mit dieser Tradition. Männliche Nacktheit,

Homosexualität und die Uneindeutigkeit zwischen den polaren Geschlechtern, Abgründe und auch die Hässlichkeit des männlichen, ausgezehrten Kriegers, all dies fand nun Eingang in den künstlerischen Prozess.

 

Die traditionelle männliche Ikonographie oder das traditionelle Bild des Mannes fußte jedoch noch immer auf einer Asymmetrie der Macht. Wenn Macht aber in einem öffentlichen Prozess zwischen den individuellen Teilnehmern verhandelt wird, so sollten die Grundlagen dieser Verhandlung auch aus dem Verborgenen in einen öffentlichen Diskurs eingebracht werden können. Der gegenwärtige Geschlechterdiskurs wird noch von all den alten, gefallenen männlichen Helden jeglicher Profession und all Ihrer Missetaten bestimmt, die sich im System der Macht, dort im

Verborgenen, im Okkulten verbargen und gerade dort sexuelle Gewalt ausübten. Doch die heutige Öffentlichkeit ist eine andere als die Vormoderne, die Macht des Okkulten befindet sich im schwinden; Transparenz führt dazu, dass aus den alten Helden, durch Kassandras rufen und erhören, neue Bösewichter, ja Gefallene werden, die es zu Brandmarken gilt.

 

Problematisch erscheint jedoch die verzerrte Perspektive auf die Männer in Ihrer Gesamtheit. Die kritisierten Eigenschaften mögen männlich erscheinen, da in diversen Systemen noch immer zumeist Männer an der Spitze stehen. Aber das Gros der Männer, das verdammte Dazwischen, das Darunter, ist in den alten Strukturen ebenso ein Untergebener wie alle anderen Beteiligten. Nicht das Männliche an sich sollte also in den Fokus des Diskurses geraten, sondern unser Verhältnis zur Macht. Wir sollten die Heroisierung und generelle Dämonisierung hinterfragen und eher gemeinsam an einem positiven, aufgeklärten Bild von Männlichkeit arbeiten, in dem die Fragen der Sexualität und Verletzlichkeit aus dem okkulten Raum in das Licht der öffentlichen Auseinandersetzung gelangen, so dass eine ganze Palette an männlichen Vor- und Rollenbildern gleichberechtigt nebeneinander bestehen können.

Vielleicht kann besonders Kunst aus der LGBTI-Gemeinde eben dies leisten. Denn gerade hier fallen die dargestellten Subjekte wie das begehrte Andere in einem zusammen. Und genau hier drängt das verdammte Dazwischen in den öffentlichen Diskurs.

 

„Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“. Für einen Mangel an Bildern, mag dasselbe gelten. Also Männer, man up, lasst uns gemeinsam Macht hinterfragen und weiter an neuen Bildern vom Mannsein arbeiten!

 

Sebastian Götz

für

Good Times Factory