Home          Exhibitions          Past Exhibitions          Artists          Contact          Links            Index

 

      2013                                  

 

DAS IST WALTER

Ira Schneider

 Durch die erhellung  

Urs Jaeggi & Kulz-Mackenzie

Igor Toshevski

Filipova-Kitanovska & Naumoska

Natasha S. Zafirovska

Krunislav Stojanovski

Wadim Rakowski

Dragana Brankovic 

Looking throught Landscape

portrayed art

O.P.A.

 

 

 

 

 

25.10.-08.11.2013
"Durch die erhellung"
Momir Knezevic, Irena Nikolic-Mickovic ,

Milos Milidrag, Nenad Ristovic

 

 

 

 

         

Irena Nikolic-Mickovic                                           Nenad Ristovic        

 

       

   Momir Knezevic                                                  Milos Milidrag        

 

 

   

   

Momir Knezevic & Nenad Ristovic

 

   

   

 

„Blick auf die seltsame Welt“

 

Durch einen entschiedenen Eingang in die Kunstkreativität, mit einem originalen beispiellosen Schritt, ausgewogen und reif, hat Irena Nikolic-Mickovic schon 1998 im Alter vom Vierteljahrhundert, scheinbar ohne keinem zu schulden, einen authentischen Selbstausdruck etabliert. Es war jenseits der traditionellen Klischees, am meisten im Aspekt des neueren Expressionismus aus dem westeuropäischen Milieu,  wie Appel und „Cobra“, des in der Wirklichkeit linearen Stils, der früher in den fatalen Schritten von Van Gogh und Postimpresionisten festgelegt wurde.

In diesem Ausdruck hat Irena sich als ein nur bedingt marginaler Exponent der persönlichen Inspiration demonstriert. Sie bestätigt das Staunen als Beginn der Philosophie laut Aristoteles in der Linie der inneren Notwendigkeit des plastischen Ausdrucks, aber auch der gewissenen Verhältnisse ihrer vorigen Profession und des bedeutend humanistischen Ansehens der Menschennatur, der Welt und des Schicksals.

Sicher wird es nicht völlig erklärt sein, warum hat sie diesen Schritt und diese Verwandlung des mentalen Prozesses in den kreativen Durchbruch erlebt. Aber wenn im Arztberuf Malerei und Musik ganz offenbar im begünstigsten Licht sind, dann kein Wunder, dass Irena in die Welt der modernen Kunstkreation ohne Angst und Lampenfieber eingekommen ist. Sie stellt in den endlos interessanten Ideogrammen die Verbindung des kreativen linearen Chaos mit den figuralen Symbolen und mit der komplexen koloristischen Harmonie dar, bis volle Resonanz und visuelle Überzeugungskraft.

Von den unvermeidbaren und bedeutenden Themen in ihren Kunstwerken führt der Weg zu den komplizierten und dichten piktografischen Netzwerken, zu den Psychogrammen der rätselhaften Lebendigkeit. Und doch bleibt das Bild als Fest für die Augen, als Kreativitätswunder, das den intimen Erwartungen des Betrachters folgt. Das  sind die Ereignisse, die wie Zeugnis des bestimmten Ortes und Zeitpunktes gerade mit der Kraft der überzeugenden und rässen Fragen wirken.

                                                                        Duschan Djokic, Maler und Kunstkritiker

 

***


Nenad Ristovic

 

Während seiner nicht so langen Karierre als Maler reifte Nenad Ristović in einer andauernden Sehnsucht nach kräftiger, ausdrucksstarker bildhafter Sprache, die angemessen die Relation zwischen dem Maler und der Kernerscheinung der bildenden Kunst – dem Gemälde, aber auch die Relation dieser Kernerscheinung zur Realität schildern könnte.  Ristović stellt sich vor als beständiger Sucher nach einer Aussageform, die unabhängig von aktuellen Trends ist; sein malerisches Bewusstsein sucht einen tieferen Durchbruch ins Wesen der Sprache, in ihre Kraft das Sein des Malers auszudrücken, indem sie sich selbst ausdrückt. Was in seiner kreativen Leidenschaft ständig ist, ist der expressionistische Schwung, hoher Ton und beinahe dramatische Strichdynamik. Jedoch, könnte man nicht sagen, dass Ristović ein typischer Vertreter historicher expressionistischer Form ist; er sucht nicht nach Stilcharakter (als Doktrin), sondern nach Unmittelbarkeit des Ausdrucks, der den Geist des Malers zerbricht. Trotzdem (oder gerade deswegen) ist sein Gemälde nicht aggressiv, es stellt sich nicht als Angriff auf Ästetik vor, obwohl Ästetik hier als ein ganz spezifischer Begriff genommen wurde. Für ihn sind sowohl die klassischen als auch modernen Definitionen von formalen Strukturen der bildenden Kunst so gut wie unwichtig: jede Gestalt und Form auf seinen Bildern ist so autonom, dass wir sie als empirisch reale Tatsache bemerken.

Einige assoziative, aus der Unmittelbarkeit der Geste und Farbendynamik entstehende Linien beweisen die konzeptuelle Konsistenz des Autors. Das Gemälde ersheint in der Unruhe des malerischen Geistes, im starken Temperament und in der hochwertigen Fähigkeit des Autors, die Farbe mit der existenziellen Basis der bildnerischen Sprache auszgleichen. Farbe ist für ihn eine Bewegung, aber gleichzeitig auch eine dramatische Einheit visueller Ganzheit der abgebildeten Szene. Diese erstklassige Form der Freiheit in der malerischen Leistung ähnelt aber in keinem Moment dem Chaos: der Strichrhytmus besitzt eine imaginäre Logik, so dass alle Elemente formalen Inhalts des Bildes irgendwie das aufregende Gesicht des Bildes berühren.

 

Die Zeichnungen von Ristović, in unterschiedlichen Techniken und Materien, bieten ein genauso unmittelbares Erlebnis wie seine Ölgemälde auf Leinwand. Stift auf Papier ist nicht nur eine mehr oder weniger expressive schwarze Spur auf der Weiβheit des Blattes, sondern auch ein Kennzeichen groβer Unruhe, aus der solche glaubwürdige und erschütternde Formen entstehen.                                                                                                     

                                                                                                        Sreto Bošnjak 

 

***         

Momir Knežević

 

Die Malerei von Momir Knežević soll im Hinblick auf einige sich berührende wichtige Gegebenheiten seines Werkes betrachtet werden. Diese Gegebenheiten, oder Maβstäbe, zwischen denen das Werk entsteht, bestimmen das Innenleben seiner Persönlichkeit und die Empathie für die Heimat – ein Gefühl tiefer  uranfänglicher Beziehung mit ihr, mit allen in ihr bestehenden Strukturveränderungen, welche in chromatischem Strahlen, Vibrationen und Lichttransformationen des Steins, des Himmels, des Wassers und der Pflanzenwelt erscheinen. Mit einem Wort, in Strukturveränderungen aller Lebensformen, denen der Autor mit weit geöffneten Augen und Seele begegnet. Das Wesenszug der Kommunikation zwischen Knežević und seiner Heimat im Prozess der Transposition chromatischer Pulsation des Anblicks in seiner geistigen Vorstellung spiegelt sich in „stillem Pakt“ über eine ruhige und unaufdringliche Kommunikation, die eine Reihe Vibrationen des Autors  im Mittelpunkt der stillen und friedlichen Heimat zur Welt bringt.  Was bedeutet eigentlich, mit eigenem Wesen, mit seinen tiefen Lagen mit der Heimat zu kommunizieren? Das bedeutet, würde ich sagen, den feinen, sensitiven roten Faden zu suchen und zu finden; diesen Faden,der das Alter der Heimat mit was in jedem Autor, beziehungsweise jedem Mensch sein Heim hat, egal, ob er dessen bewusst ist oder nicht ,verbindet; was das uranfängliche Alter menschlicher Seele, mit gut gespeicherten ,zur gesamten Menschengeschichte gehörenden Gefülsräumen darstellt. Seinem eigenen Wesen entsprechend, entschied Knežević mit seinem Werk die Räume der Erinnerungen zu berühren, aber nicht indem er mittels allmählicher morphologischer Schematisierungen das Urmotiv verbirgt und absorbiert, sondern indem er einen anderen, passenderenWeg nimmt, einen Weg, der die Suche nach einer sensitiven assoziativen Balance-Linie andeutet. Auf dieser Linie soll der Autor das Gleichgewicht zwischen Anlass und Auslegung wiederherstellen, bietend dabei sich selbst, aber auch uns die Möglichkeit, die Räume auf eine andere Art und Weise zu lesen – mithilfe robuster Zeichennervatur, die durch chromatischen Eingriffe manchmal mildert und manchmal sogar gezwungen wird. Diese Art und Weise soll auch die simultane Existenz verschiedener Schichten des Gegenstandes ermöglichen, der im Mittelpunkt seiner emotiven und visuellen Forschung steht. Solch eine Schichtverflechtung führt zur Erkenntnis, dass das Innere und das Äuβere keine getrennte, sondern eher parallele und laufende Erscheinungsformen der verflechteten Wesen des Autors und der Welt sind. Aus diese Synchronisation, genauer gesagt Synergie geht eine sehr erfolgreiche Beziehung zwischen Form und Farbe hervor, die  die visuell prächtigen und bedeutungsreichen Werke von Knežević erzeugt.

                                                                                                  Prof. dr Srdan Markovic

 

***

 

Weiβe Schatten

Die Jenseitswelt von Miloš Milidrag

 

Es ist schon ja ein Gemeinplatz, dass Kunst eine groβe Metapher, eine groβe Narration ist und auch, dass einzelne Werke als groβe oder kleine Metapher und Narrationen gelten. So ist es auch bei Miloš Milidrag; jedes seiner Bilder war eine groβ-kleine Metapher, groβ-kleine Narration oder Hypernarration, wie man in der Postmoderne das Werk einer Künstler nennt, der, wie er selbst über eigenes Werk sagt, jahzehntelang auf einer „bildenden Syntax“ beharrte. Heute ist sein Fokus auf eine genauso groβ-kleine Metapher verschoben, auf eine Narration, aber mit klar bezeichneten Verschiebungen nach Imitativem, nach Erkennbarem, nach Figurativem, wie man, im Übrigen,  jedes Bild nennt, das an eine sichtbare, umgebende Welt zu erinnern versucht. Aber, das ist eine Welt in ihrer vorkommenden, äuβeren, dem Augen ausgesetzten Form. Miloš Milidrag ging in seinem Werk seit immer hinter diese primäre, „hinweisende“ Funktion, egal ob er sich mit der „Syntax“ oder mit Figurativem beschäftigte oder etwas „Geheimnisvolles“ fixierte. Auch in seinen Zeichnungen lässt Milidrag jeden Blick, jede Auslegung seiner Werke  in Dilemma geraten. Seine Zeichnung kann eigentlich als eine Sammlung seiner Erscheinungen betrachtet werden; als eine visuelle Ansichtskarte aus seiner Jenseitswelt, als eine nur ihm vertrauliche, akzeptable und verständliche Auffassung. Berücksichtigen soll man aber, dass Milidrag diese traumähnliche Geisterwelt und die nicht bestehenden Wesen nicht als eine genügend “klare“, „verständliche“ und „ausgelegte“ Welt bezeichnet, da diese nicht bestehenden Wesen meistens aus mehreren „Teilen“ bestehender Menschen und Tieren zusammengesetzt sind. Wie in jeder guter Kunst, legt auch Milidrag in seiner Zeichnung, die überwiegend aus ganz klar definierten Wesenformen und Situationen zusammengesetzt wird (die Situationen sind dennoch mehr umnebelt und einer komplexeren Deutung überlassen), nicht alle Karten offen auf den Tisch. Milidrag lässt ein ewiges Dilemma liegen, welches jedes gute, selbstsorgende Werk seit immer verschönerte; ein, lass uns sagen, aussichtsreiches Dilemma, obwohl es immer schwierig ist, das Schicksal der Kunst vorherzusagen. Das ist das Dilemma, das uns einem Kunstwerk anzieht, aber gleichzeitg zum Nachdenken  antreibt; ein solches, das auf einen dauerhaften Kontakt mit dem Werk, diesmal mit Miodrags Zeichnung, richtet. In der heutigen turbulenten postmodernen Zeit , wo Neues als aine konstante Kategorie permanenter Unveränderlichkeit akzeptiert wird, ist diese Dauerhaftigkeit  sehr wertvoll, so dass Milidrags Rückkehr auf das Figurative, das Imitative, das „sofort Erkennbare“, auf das Klassisch-traditionelle eigentlich eine kreative Fortsetzung künstlerischer Arbeit an der Metapher, der groβen Narration, an der Hypernarration darstellt.

 .

  

                                                                                              Mihilo Kandić, Kunstkritiker