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      2011                                  

 

Boris Semov

Ira Schneider

Filip Jovanovski

M. Batinic & R. Sebjanic

Robert Pashoski

Drei Sichtweisen

Pance Velkovi

Kachev & Kashavelski

Angela Mujcic

 Cristina Artola

Marta N. Grnarova & Zavar

ARCHETYPOLOGY

Dz. Nikocevic & N. Sabovici

 

15.04.- 27.04.2011

Made In Transit

Cristina Artola

 

www.cristina-artola.de

 

 

 

         

 

         

 

         

Cristina Artola

 

Made In Transit

 

Wir leben in einer Epoche der – meist erzwungenen, zuweilen virtuos gehandhabten – Mobilität. In der globalisierten Welt werden aus sesshaften Menschen wieder Nomaden, die nach Jobs und Wohlstand suchen. So ist Nomadismus zur zentralen Metapher der Gegenwart geworden.

Die von den Menschen abgeforderte „Flexibilisierung“ drückt sich allerdings in sehr unterschiedlichen Formen der Mobilität aus: Flucht und Zwangsexilierung, Eroberungszüge, Wirtschaftsmigration, selbst gewähltes Auswandern oder auch Tourismus, haben jeweils differenzierte Dynamiken und Schicksale wie auch ganz eigene Bezugnahmen auf den konkreten Orientierungspunkt „Heimat“.

Von den gezwungenen Vagabunden bis zu den freiwilligen „Exit-option“-Wählern untersucht jedoch der moderne Nomade die Frage, wie dieser seine Nicht-Sesshaftigkeit und Flexibilität existentiell und gedanklich bewältigen kann. Wie ist den ein „Denken ohne festen Wohnsitz" möglich? Woran soll man sich orientieren? Was macht Heimat und Identität aus?

 

Unter dem Titel Made In Transit untersucht Cristina Artola genau diese Fragen, die ihr auf ihren Reisen nach dem Verlassen ihrer Heimat immer wieder begegnen. Wie Seiten in einem Reisetagebuch erzählen ihre Zeichnungen sowohl über das Reisen durch ständig wechselnde Kontexte, wie auch über den Blick aus der Ferne auf die Heimat.

 

Gefundene wie auch selbst gemachte Fotografien bilden die Arbeitsgrundlage für ihre Werke. In ihren Arbeiten verknüpft Cristina Artola Motive aus dem Alltagsleben, den Massenmedien und der Werbung mit persönlichen erlebten Momenten und eigenen Phantasievorstellungen. Dabei löst sie die Figuren von ihrem Kontext und stellt sie in eigenen Kompositionen in einen leeren/weißen Raum neu zusammen. Die Motive sind authentisch, doch sie sind nur ein Ausschnitt einer Zeit und somit fiktiv.

Diese Mischung aus Gezeichnetem und Nichtgezeichnetem (Raum), aus vorhandenen und nicht vorhandenen Linien ergeben ein Bild, das vielfältige Assoziationen ermöglicht und Raum für eigene Narrationen erzeugt.  Die Abwesenheit der Umgebung oder der Figuren kann so durch den Betrachter mit eigenen Erinnerungen und Phantasien gefüllt werden

  

Arbeiten:

Zeichnungen: Bleistift, Buntstift, Aquarell, Cutout

 

The Cooling Star Collection „Heimat“

In ihren delikaten schwarz-weiß Zeichnungen nach Zeitungsfotos aus den 70er und 80er Jahren thematisiert Cristina Artola die verblassende Erinnerung an ihre Heimat und an die konfliktreiche Zeit, in der sie aufwuchs und stellt dabei die Schnittstelle zwischen persönlicher und kollektiver Erinnerung in den Vordergrund.

Holly-Bolly-Wood „Souvenirs“

Auf der Reise gesammelte Objets trouves werden in Cristina Artola Zeichenwelt zu Plakaten zusammengestellt, die eine Vergleichbarkeit unterschiedlicher Welten untersuchen.

Bunte Turbane, verrückte Perücken, Bodenmusterungen und Fortbewegungsmitteln zeigen Parallelen und Unterschiede zwischen märchenhaften Fernost und  der Traumwelt Hollywoods.

Lost Paradise „Lost in Transit“

Mit fragilen Bleistiftzeichnungen präsentiert die Künstlerin Obdachlose in ihrem Alltagsleben in Los Angeles. Auf der Suche nach dem Glück sind sie zu Nomaden im ewigen Transit geworden.

To boldly go where no man has gone before „In Between“

Ein Astronaut strandet in einer anonymen Transitzone und  trifft auf „Mitreisende“ mit unterschiedlichen Zielen. In diesem ungewollten Zwischenstopp formen sich bizarre Wartegemeinschaften mit unterschiedlichen Einzelschicksalen, Sehnsüchte und Ängsten. Die Zeichnungen beschreiben eine gemeinsame Suche nach Erlösung und Ankommen. Immer mobil und dabei fern der Heimat – suchen die Nomaden nach dem, was Heimat, Familie und Glück ausmachen.

 

 

Cristina Artola geb. 1975 in Bilbao, Baskenland. Studierte Bildhauerei an der Kunstakademie Bilbao und Kunst im Kontext an der UdK Berlin. Sie lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Berlin. Ihre Arbeiten (Video, Installation, Zeichnung) sind in mehreren Gruppenausstellungen weltweit vertreten.

www.cristina-artola.de