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      2008                                  

 

Spaseski OHRIDSKI

Irene Paskali

Urban District 16_11

Miodrag Peric

SAY MACEDONIA!

Dodic & Nedeljkov

Bitrakova & Lazarevska

Zoran Živković

 Sanja Saso

Huskovic & Blazevski

Kruno Jasprica

VIA EMIGRATIA

Art 20

ProjekArt

 

 

 

 

25.04.-27.05.2008

HELIOTRANSFER

Sanja Sašo, Kroatien

Foto: Petar Fabijan

 

         

         

Sanja Sašo

 

  Seit 2003 arbeitet Sanja Sašo mit Drahtnetz. Sie modelliert im Atelier (ohne Modell oder Negativform) von Hand lebensgroße Frauen-, Männer-, und Kinderkörper, die 1-2 kg wiegen: „Heliotransfere“- Lichtüberträger.

  2006 entsteht die Höhlentrilogie „Heliotransfere in Höhlen“ (Veternica/Zagreb, Blaue Höhle/Biševo, Grüne Höhle/Vis). Sašo trägt die „Heliotransfere“ an Orte die unter Naturschutz stehen, also an Orte, die vor dem Aussterben bedroht sind und setzt sie dort der Atmosphäre aus (Licht, Wasser, Wind-Zeit).

  „(…) Wir leben in einer Zeit in der unsere menschliche Empfindsamkeit und Verletzbarkeit ad absurdum gelebt wird. Wir werden sie gänzlich verlieren, wenn wir nicht wieder lernen: ruhen, pflegen, heilen, hüten, bewahren - erst sich selbst und dann gegenseitig(…)“

  Am 15.6. 2008 baut Sanja Sašo eine Unterwasserausstellung auf in der blauen Höhle bei Biševo.

12 „Heliotransfere“ werden zwei Wochen lang im zentralen Raum der blauen Höhle zwischen Meeresboden (40m) und ultramariner Wasseroberfläche ruhen und danach ihren Weg in Galerien und Museen fortsetzen. Die Besucher können mit ihnen aus dem Boot über Gläser kommunizieren oder untertauchen und im Meer schwimmen und sie berühren.

  Dieses Ereignis wird als Unterwasserfilm festgehalten und am 14.8.2008 anlässlich der Abschlussfeier der „Spliter Sommerfestspiele“ im Dioklecijanpalast uraufgeführt als Auftakt zur Ausstellung „Heliotransfer-Geliebte des Meeres“.

 

         

         

Die schwebenden Drahtskulpturen von Sanja Sašo sind eine Antwort der Künstlerin auf die Herausforderungen der Zeit und der Gesellschaft, in der sie lebt. Die Auswahl des Materials, der Form sowie des Raums, in dem die Skulpturen aufgestellt werden, gehen auf ihre Wahrnehmung der Realität zurück, ebenso wie auf die tiefe Erkenntnis der Probleme des heutigen Menschen, der in seiner Welt verloren ist, der immer mehr analysiert, jedoch die Welt um sich immer weniger versteht.

Getrieben von der Idee, immaterielle Bildwerke zu schaffen, benutzt Sanja Sašo Draht als Material für ihre Skulpturen und gestaltet so menschliche Körper, die an eine Art Computersimulation erinnern, oder ein Gegenstück von Skulpturen (Anti-Skulpturen) sind, die vollkommen schwerelos, von außen wie auch von innen hohl, fragil und durchscheinend im Raum schweben. Über eine derart eingefangene Leere werden gleichzeitig zwei Ebenen angesprochen: Die Werke sind einerseits als Sinnbilder der Entfremdung und andererseits als formelle, figurative skulpturale Lösungen zu verstehen, deren Wesen viel über den Menschen sagt. Der Mensch und das Verhältnis zum menschlichen Körper stehen im Mittelpunkt der Überlegungen und des künstlerischen Wirkens von Sanja Sašo.

Daher auch das Bedürfnis, die Skulpturen in einem natürlichen Raum aufzustellen, nicht nur deswegen, weil Kunstwerke umgeben von der Natur ein anderes Erlebnis vermitteln, als wenn man sie in einem herkömmlichen Ausstellungsraum zeigen würde, sondern vor allem auch deshalb, weil in diesem konkreten Fall eine Höhle – aus Sicht der Künstlerin – die symbolische Bedeutung eines Hortes hat und für den Menschen zu einem Zufluchtsort wird. Diese assoziative Verknüpfung ist zugleich ein warnender Hinweis auf das zerstörerische Zeitalter, in dem wir leben, und zugleich ein Appell, zur Erde – die für das Ursprüngliche steht und für den Menschen ein Zufluchtsort und zugleich auch ein spiritueller Mittelpunkt ist – zurückzukehren.

Diese kommunikative Spannung in der schöpferischen Gestaltung der Künstlerin Sanja Sašo besitzt eine Tiefe, die auch Urbildern eigen ist. Die Elementarkraft, die in ihren Drahtskulpturen zur Zerbrechlichkeit und Verletzbarkeit visualisiert wurde, scheint nur auf den ersten Blick einen sentimentalen Anklang zu haben. Doch diese Skulpturen wirken eher wie ein lebendiger, vitaler Abdruck einer nicht verschollenen, sondern wieder gefundenen Schönheit.

  

Bosiljka Perić Kempf